Tussen, Teil 1

Sie wissen doch, was eine Tusse ist?

Also, erst einmal ist Tusse eine Abkuerzung, naemlich fuer den weiblichen Vornamen Tusnelda. Ausserdem ist Tusse ein wunderbares Schimpfwort; eine Schublade, in der mehr als die Haelfte der femininen Bevoelkerung problemlos Platz haette.

Woran man eine Tusse erkennt, ist gar nicht so einfach zu beschreiben, denn die wenigsten von ihnen lassen sich auf Anhieb durchschauen. Bei manchen Tussen tritt die Verwandlung auch erst nach Abschluss der koerperlichen Reife ein, so dass sich fuer die Mutation vom Maedchen zur Tusse leider keine Altersgrenze festlegen laesst, mit Hilfe derer eine Einteilung der Charaktere doch wesentlich leichter vonstatten ginge.

Beobachten Sie doch mal die jungen Maedchen, die zum ersten Mal in ihrem Leben auf hohen oder Pfennig-Absaetzen oder gar (Gott behuete!) auf hohen Pfennig-Absaetzen unterwegs sind. Die sozusagen noch um ihr Leben kaempfen, oder zumindest um die Unversehrtheit ihres Bewegungsapparates. Stakelige, stolpernde, ungelenke Bewegungen. Gern in kleinen Gruppen, die Freundinnen werden im wahrsten Sinne des Wortes als Unterstuetzung gebraucht. Akustisch an hysterischen Kicheranfaellen, spitzen ueberraschten Schreien und mehr schlecht als recht unterdrueckten Fluechen zu erkennen, und das auf eine Entfernung von einem Kilometer. Na? Schon mal zugesehen? Ja? Wusste ich’s doch. Sie Spanner.

Wenn das Maedchen es nach zehn Minuten nicht schafft, sich sicher auf diesen Trittchen zu bewegen, also ohne dass sie von mindestens einer Freundin gefuehrt und gestuetzt wird, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass eine weitere Tusse auf der Welt ist.

Tussen sind nicht in der Lage, in den Rueckspiegel zu sehen, ohne ihre Lippenkonturen zu ueberpruefen. Sie koennen nicht mal den Abfall wegbringen, ohne Lippenstift aufzulegen. Nur mal so als Beispiel. Es gibt da auch noch Untergeordnete Spezies der Tussen, die sich durch entsprechendes Auftreten und Verhalten selbst ins Abseits geschossen haben. Doch das ist ein zu weites Feld, ein anderes Mal vielleicht mehr darueber.

(…)

~ von boese am März 9, 2008.

Eine Antwort to “Tussen, Teil 1”

  1. Tussen sind ja fast nicht ernst zu nehmen. Also ich kann mich nicht mal aergern ueber Tussen. Es gibt eine weitaus schlimmere Kategorie, fuer die mir bisher nicht mal die passende Bezeichnung einfallen will. Es geht um die neidischen, missguenstigen, frustrierten, hinterhaeltigen, praepubertaeren Mittvierzigerinnen, die nicht mit ihrem Leben zurechtkommen und anderen ebendies nicht goennen und sich zu diesem Zwecke fuer nichts, aber auch gar nichts mehr schaemen. Die koennen eigentlich nicht mal mehr in Wuerde sterben. Verzockt.

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