Tussen, Teil 2

•März 15, 2008 • Kommentar schreiben

Tussen sind relativ gut dazu geeignet, Verbrauchsmaterial heranzuschaffen.

Sobald Tussen naemlich richtig fies zickig werden oder anfangen von den Vorzuegen einer sofort zu gruendenden Grossfamilie zu schwaermen, bekommen die anwesenden Y-Chromosomentraeger diesen panischen Blick.
„Hol mich aus dieser Situation heraus, koste es was es wolle!“ fleht der Blick.

Und es kostet durchaus etwas, wenn auch nicht jeder der Blickwerfer beruecksichtigt werden kann.
Wie hoch die Kosten sind, ist leicht zu eruieren. Der Tusse kostet es das Vertrauen in ihren zukuenftigen Ex-Freund, den Tussenfreund kostet es die Beziehung mit der Tusse, und Moyra, unserer Kleinstadtschlampe und Maennerretterin, kostet es ein Laecheln.

Die Welt von Moyra (1)

•März 15, 2008 • 1 Kommentar

Die anderen Vornamen von Moyra sind Neugier und Wissensdurst.
Wenn Moyra etwas interessantes sieht, will sie es ausprobieren.
Moyra setzt alles notwendige ein, um das zu bekommen, was sie haben will.
Der liebste Zustand Moyras ist Hedonismus, dann und wann abgeloest von einem maechtigen Helfersyndrom.
Moyra ist schnell zu begeistern, aber nicht leicht zufriedenzustellen.
Wenn etwas ausgereizt ist, legt Moyra es in irgendeine Ecke und vergisst es dann.
Moyra trinkt lieber Bier mit den Jungs als Likoer mit den Maedchen.
Zimperlich und zickig sein ist Moyras Sache nicht.
Im selbstdefinierten Notfall geht Moyra auch ueber Leichen.
Und watet dann froehlich durch einen Sumpf gebrochener Herzen.

Es kuemmert Moyra nicht, was andere Leute über sie denken.

War es schön für Dich?

•März 12, 2008 • 2 Kommentare

Eine dieser Fragen, die man spontan immer mindestens belächelt, andererseits: woher wollen sie es wissen? Wir Frauen sind so versiert in der Schauspielkunst, dass ich behaupten möchte, dass kein Mann wirklich mit absoluter Sicherheit behaupten kann zu wissen, ob es „schön“ war oder er wieder nur ein Opfer der darstellenden Künste. Selbstverständlich ist dieses Verhalten kontraproduktiv. Besser wird es davon ja nicht. Und trotzdem tun wir es immer wieder. Warum eigentlich? Etwas mehr Egoismus wäre durchaus gesund, aber wir schonen lieber das zarte Pflänzchen Ego des Sexpartners. Ich habe das schon mal anders probiert, nämlich mit ehrlicher Antwort, möglichst sozial verträglich. Kam gar nicht gut an. Was an meiner Ausdrucksform gelegen haben mag. Jedwede zarte Form der Korrekturvorschläge „in medias res“ wurde mehrheitlich als Kritik aufgefasst und kam gar nicht gut an. Also macht man es sich dann doch irgendwann leicht, lieber selber und sich dann aus dem Staub.

Mein derzeitiger Bettgespiele ist einer von der guten Sorte. Er fragt, er beobachtet, er probiert – sehr aufmerksam. Aber auch bei ihm habe ich das Gefühl, es wäre ein persönlicher Affront, wenn seine Bemühungen nicht angemessen (sic!) gewürdigt werden würden.

Davon abgesehen ist er eine Ausnahmeerscheinung. Genau das, was Weib so braucht. Kompromisslos, phantasievoll, aufgeschlossen und vor allem extrem einsatzfähig. Ein Mann, dem es Vergnügen bereitet, einer Frau Vergnügen zu bereiten und der sich lieber selbst zurückhält, als auf die Gelegenheit zu verzichten, sich stundenlang zu verlustieren.

Ich erinnere mich da an eine Nacht, ich sage Ihnen, das war unglaublich. Ich erschien gegen 21.00 Uhr bei ihm und bis auf ca. 30 Minuten Erschöpfungsschlummer gab es bis zum nächsten Morgen 10.00 Uhr nichts als Sex, Passion und Leidenschaft – und ein paar Atempausen. Klingt unglaublich? Ist es auch. Aber wahr. Und wenn ich jetzt, in diesem Moment, an ihn denke, könnte ich sofort wieder loslegen.

Testosteronueberschuss oder bin ich eine Katze?

•März 11, 2008 • Kommentar schreiben

Das sagt man doch immer Maennern nach, diesen Jagdtrieb. Offenbar befinde ich mich gerade in einer Phase der Erkenntnis, dass die Beute geschlagen vor meinen Fuessen liegt, noch ein bisschen zuckt und darauf wartet, ob ich noch ein bisschen mit ihr spiele oder sie in einem Bissen verschlinge. Oder einfach liegen lasse. Im Moment tendiere ich zu liegen lassen. Warum bin ich immer so schnell gelangweilt? Ok, nicht schnell, aber schliesslich dann doch immer.

music to remember, vol.1

•März 9, 2008 • Kommentar schreiben

Ultravox – We Came To Dance; Supertramp – Crime Of The Century; Madness – Embarrassment; Judas Priest – Breakin’ The Law.

Warum heisst die Kleinstadtschlampe in meinem Kopf ausgerechnet Moyra?

Tussen, Teil 1

•März 9, 2008 • 1 Kommentar

Sie wissen doch, was eine Tusse ist?

Also, erst einmal ist Tusse eine Abkuerzung, naemlich fuer den weiblichen Vornamen Tusnelda. Ausserdem ist Tusse ein wunderbares Schimpfwort; eine Schublade, in der mehr als die Haelfte der femininen Bevoelkerung problemlos Platz haette.

Woran man eine Tusse erkennt, ist gar nicht so einfach zu beschreiben, denn die wenigsten von ihnen lassen sich auf Anhieb durchschauen. Bei manchen Tussen tritt die Verwandlung auch erst nach Abschluss der koerperlichen Reife ein, so dass sich fuer die Mutation vom Maedchen zur Tusse leider keine Altersgrenze festlegen laesst, mit Hilfe derer eine Einteilung der Charaktere doch wesentlich leichter vonstatten ginge.

Beobachten Sie doch mal die jungen Maedchen, die zum ersten Mal in ihrem Leben auf hohen oder Pfennig-Absaetzen oder gar (Gott behuete!) auf hohen Pfennig-Absaetzen unterwegs sind. Die sozusagen noch um ihr Leben kaempfen, oder zumindest um die Unversehrtheit ihres Bewegungsapparates. Stakelige, stolpernde, ungelenke Bewegungen. Gern in kleinen Gruppen, die Freundinnen werden im wahrsten Sinne des Wortes als Unterstuetzung gebraucht. Akustisch an hysterischen Kicheranfaellen, spitzen ueberraschten Schreien und mehr schlecht als recht unterdrueckten Fluechen zu erkennen, und das auf eine Entfernung von einem Kilometer. Na? Schon mal zugesehen? Ja? Wusste ich’s doch. Sie Spanner.

Wenn das Maedchen es nach zehn Minuten nicht schafft, sich sicher auf diesen Trittchen zu bewegen, also ohne dass sie von mindestens einer Freundin gefuehrt und gestuetzt wird, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass eine weitere Tusse auf der Welt ist.

Tussen sind nicht in der Lage, in den Rueckspiegel zu sehen, ohne ihre Lippenkonturen zu ueberpruefen. Sie koennen nicht mal den Abfall wegbringen, ohne Lippenstift aufzulegen. Nur mal so als Beispiel. Es gibt da auch noch Untergeordnete Spezies der Tussen, die sich durch entsprechendes Auftreten und Verhalten selbst ins Abseits geschossen haben. Doch das ist ein zu weites Feld, ein anderes Mal vielleicht mehr darueber.

(…)

Arge Qualen

•März 8, 2008 • Kommentar schreiben

Sah und hoerte gerade auf Pro7 Enrique Iglesias leiden. Mein Gott, was war der Junge verzweifelt!

Da moechte ich direkt mal Muttergefuehle entwickeln. Gnihihi. Hähähä!

Kennen Sie das Gefuehl?

•März 8, 2008 • 1 Kommentar

Kaum an etwas anderes denken zu koennen als an den Moment, an dem sich seine Haende auf Ihren Koerper legen, die Beruehrung seiner Fingerspitzen Ihnen sofortige Gaensehaut verschafft, diese intensive Waerme, die sich im ganzen Koerper ausbreitet und der einzige Gedanke, den Sie noch haben, ist: „Ich will ihn“? Ungeachtet der „gesellschaftlichen“ Umstaende, der sozialen Zwaenge, denen Sie unterliegen? Das Gefuehl, dass Ihr Hirn eine Kernschmelze erfaehrt, dass Sie nur noch aus Ihren fuenf Sinnen bestehen und Denken keinen Platz mehr hat in Ihrer momentanen Existenz? Dass Sie JEDES Risiko eingehen wuerden, um dieses Gefuehl zu erleben? Wieder und wieder?

Diese Fragen haben natuerlich eine Geschichte.

In Trance mit Grischa

•März 8, 2008 • 9 Kommentare

Natuerlich hiess Grischa niemals Grischa.

Wir waren seelenverwandt, Grischa und ich. So glaubten wir damals jedenfalls. Richtig Bock auf Beziehung hatten wir beide nicht, das erschien uns zu stressig. Schliesslich bekamen wir ja immer und ueberall mit, wie es den anderen innerhalb der Clique ging, die so dumm oder auch so mutig waren, einzugestehen: Wir sind ein Paar. Noch nicht ganz durch die Pubertaet durch, aber einen auf Ehe mimen. Und sich dann gegenseitig misstrauen und kontrollieren, hinterherspionieren und dem jeweils anderen beim naechsten nichtigen Eifersuchtsanfall die Augen auskratzen. Nein, das war nichts fuer uns.

Und doch konnten wir voneinander nicht lassen. Wir zogen uns gegenseitig geradezu magnetisch an. Nichts und niemand hatte den Mut, sich zwischen uns zu stellen, wenn wir in dieser speziellen Stimmung waren. Wir liebten uns heiss und leidenschaftlich, aber wir waren kein Paar.

Grischa war Drummer, und Grischa sah verdammt gut aus. Stahlblaue Augen bei dunkelbraunen, etwas zu langen Haaren fuer einen Sohn aus gutbuergerlichem Hause. Einen guten Kopf groesser als ich, mit schmalen Hueften und breiten Schultern. Und mit faszinierenden Haenden. Wenn er mit diesen tollen Haenden die Drumsticks umherwirbelte, konnte ich seine Greifwerkzeuge auf meinem ganzen Koerper spueren, wo auch immer ich mich befand. Bei diversen Konzerten hat es reichlich Zurueckhaltung gekostet, ihn nicht hinter der Schiessbude weg und von der Buehne herunter zu zerren, um ihn auf der Stelle vernaschen zu koennen.

Wir kannten und erkannten uns. Wir waren uns so wahnsinnig vertraut, als haette irgendjemand unsere Gedankengaenge miteinander verloetet. Vermutlich deshalb war auch der Sex so fantastisch. Nach dem Konzert zu Silvester in der Stadthalle, von aussen an das Lieferanten-Tor gelehnt, bei Minusgraden und waehrend tausend andere Menschen in der Halle das Buffet stuermten: Wir sind gekommen wie die Feuerwehr, wenn sie einen Loeschzug dabei hat.

Grischa und ich, das war ein ab-und-zu-immer-mal-wieder-Ding, nichts was grundsaetzlich und fest war. Um uns aber beherrschen und der gegenseitigen Anziehung widerstehen zu koennen, durften wir nicht gemeinsam in einem Raum sein. Wir verbrachten spaeter, als er schon ausgebildeter Hotelfachmann war, ganze lange Wochenenden fast ausschliesslich im Bett. Und zwischen dem Kochen von Spaghetti in T-Shirt und Wollsocken morgens um halb drei, etlichen Naturzigaretten und wildem Herumvoegeln waehrend des Trivial Pursuits haben wir uns hauptsaechlich stundenlang unterhalten.

Es war vollkommen normal und in Ordnung, dass wir uns manchmal mehrere Wochen lang nicht sahen. Und in dieser Zeit natuerlich auch anderweitig Spass hatten, wie gesagt hatten wir kein unkuendbares Abo auf- und miteinander. Aber mir fiel es schwer, ueberhaupt Abonnements anzunehmen. Denn ich verglich natuerlich jeden potentiellen Kandidaten mit Grischa. Ihm ging es da nicht anders.
Das Leben ist aufregend und die Welt gross genug! Lass uns tolerant sein und Spass haben und Abenteuer erleben! Damit wir uns etwas von unseren Gefuehlen erzaehlen koennen, beim naechsten Mal. Wir haben immer viel Spass miteinander. Aneinander. Aufeinander. Umeinander.

Wenn ich sein Lachen hoerte, den speziellen Blick auffing, seine Haende sah, ihn ebenso sanft und zaertlich beruehren wie auch mich selbst heftig an ihn pressen konnte … dann war es um mich geschehen. Dann regierten die Hormone, und zwar alle auf einmal. So wie damals, im Mai am Baggersee. Wir trafen uns nachmittags, um vier an der Trafostation. Gingen dann spazieren, durch den Wald zum See. Redeten und lachten. Spaeter am See lagen wir im hohen und weichen Gras, redeten noch immer, beobachteten fremde Menschen. Schon immer konnten wir uns gegenseitig beim Knutschen, Fummeln und Sex regelrecht in Trance versetzen. Stundenlang. Nur noch Koerper und Gefuehl sein, auf so wenig aber Essentielles reduziert. Nichts mehr aus der Umgebung wahrnehmen, ganz auf uns konzentriert. Als wir gegen Mitternacht wieder zu uns kamen, hatten wir zusammen mehr als zweihundert Mueckenstiche.

Grischa und ich, das dauerte zehn Jahre lang. Zehn lange, geile und glueckliche Jahre, in denen wir nicht zusammen waren. Jedenfalls nie offiziell. Dann ging er ins Ausland, beruflich. Kurze Zeit spaeter dann lernte ich Jens kennen und das ist eine andere Geschichte.

Nachdem ich mit Jens schon knapp zwei Jahre verheiratet war, habe ich eines Abends an der Tankstelle Grischa wiedergetroffen. Er alleine, ich alleine, jeweils beim Betanken der fahrbaren Untersaetze. Ansehen, erkennen, laecheln. Gaensehaut. Elektrizitaet. Magnetismus. Beim Bezahlen stand ich vor ihm an der Kasse, er direkt hinter mir, senkte seinen Kopf und kuesste meinen Nacken. Ich konnte ihn spueren, seinen Geruch wahrnehmen, und wollte auf der Stelle mit ihm durchbrennen. Es war haargenau so wie immer, wie das allererste Mal mehr als zwoelf Jahre zuvor und auch wie das, was eigentlich das letzte Mal haette sein sollen, knapp drei Jahre vorher.

Wir hatten einige Stunden Zeit. Die haben wir redlich ausgenutzt.

Music to remember: Peaches & Herb – Reunited; Jethro Tull – Locomotive Breath; The Sweet – Love Is Like Oxygen; Phil Collins – In The Air Tonight; Promises – Baby It’s You; Foreigner – Urgent; SOS Band – Take Your Time (Do It Right); Randy Crawford – One Day I’ll Fly Away; Soft Cell – Tainted Love; Westernhagen – Wir waren noch Kinder

Ich habe Dich sehr geliebt, Grischa. Danke für die schoenen, geilen Jahre.
„Vergess’ mich nicht“ sagte er beim Abschied. „Nein.“
Niemals.

Nun, ich bin böse.

•März 8, 2008 • 6 Kommentare

In der allgemeinen Vorstellungsrunde darf sich niemand ausschliessen, so ist die Regel.

Nun, ich bin böse. Sogar so böse, dass ich schreibe, was ich denke. Die böse, böse Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt und Dinge auch einfach mal beim Namen nennt. Meist jedenfalls glaubt sie das selbst.